WKSA 2019: Zadie liebt Hamburg

Ich will schon seit Jahren beim Weihnachtskleid Sew Along mitmachen, bin aber bisher immer stille Mitleserin geblieben. Bisher fehlte mir zum eigenen Kleid nämlich nicht nur Blog oder Instagramaccount, sondern auch die Nähmaschine und die Näherfahrung. Jetzt kann ich wenigstens hinter zwei dieser Punkte ein Häkchen setzen: Blog und Nähmaschine sind da. Instagram kommt vielleicht auch noch und die Näherfahrung, tja, auf die muss ich im diesjährigen Durchlauf erstmal verzichten.

Ich wage mich also dran und plane ein Kleid, und nicht nur das, sogar ein Kleid für Weihnachten. Etwas Respekt habe ich davor schon… Denn erstens möchte ich an Weihnachten natürlich schön aussehen und zweitens ist meine To-Do-Liste in punkto selbstgemachte Weihnachtsgeschenke noch ziemlich lang. Die Geschenke muss ich unbedingt fertig bekommen, daher wird sich mein Kleid hinten anstellen müssen. Dazu kommt, dass meine Zeit zum Nähen sowieso knapp ist… Es ist also ein riskantes Projekt, dessen positiver Ausgang in den Sternen steht. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Immerhin, die Pläne sind geschmiedet: Ich weiß was und womit. Ich möchte ein Zadie Dress von Tilly and the Buttons nähen. Gekauft habe ich mir dafür den wunderschönen gemusterten Bio-Jersey „Garland“ von Hamburger Liebe in schwarz und ocker.

Der war mir eigentlich viel zu teuer, vor allem, da ich zwei Meter benötige, aber als ich das bemerkte war’s um mich geschehen: Verliebt in Design und Farben konnte ich einfach keinen anderen mehr nehmen. Das dachten wohl auch noch andere, denn inzwischen ist der Stoff da, wo ich bestellt hatte, ausverkauft. Ich habe jetzt schon Respekt davor ihn anzuschneiden. Und auch wenn meine sonstigen Verpflichtungen es eigentlich nicht zulassen (siehe oben), spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, zum ersten Mal in meinem Leben ein Probeteil zu nähen….

Den gemusterten Stoff möchte ich mit komplett schwarzem Jersey ergänzen. Ich habe auf Instagram verschiedene Versionen von Zadie gesehen, die genau das machen: Muster plus Kontraststoff und das gefällt mir.

Zum Schnitt: Ich erhoffe mir ein gleichzeitig schickes und bequemes (hallo, Jersey!) Kleid mit Taschen (yay! Platz für den Schlüssel und ein Tempo oder tausend andere Dinge). Es wird ein kleines Wagnis werden, denn ich habe Jersey bisher nur in Pumphosen, Leggins und ein Shirt für mein Nadelöhrchen verarbeitet. Mit Faltenlegen habe ich keine Erfahrung, ebenso wenig mit Raffungen oder dem passenden Kombinieren von Mustern an der Naht. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Zadie liebt also Hamburg – zumindest hoffe ich das.

Vielleicht kann mir ja auch die eine oder andere ein paar Tipps dalassen, das wäre wirklich wunderbar. Ganz unbedingt würde mich interessieren: Näht ihr Probekleider? Und habt ihr auch Angst in besonders schönen oder teuren Stoff zu schneiden?

Verlinkt beim ersten Treffen des WKSA 2019 auf Me Made Wednesday

20 Gedanken zu „WKSA 2019: Zadie liebt Hamburg“

  1. Hallo! Na das ist ja toll, eine neue Bloggerin, wo doch auch ständig welche aufhören.
    Webstoff und Strickware zu kombinieren ist mutig. Auch mit Probeteil kann es noch unerwartete Ergebnisse gebe, da das ja meist komplett aus Webstoff gemacht wird. Ausserdem können die Stoffe unterschiedliches Gewicht und Falleigenschaften haben. Zadie wirkt natürlich besser in Kombination mit einem Unistoff, aber ich finde, es sollte Webstoff sein. Viel Spaß! Regina

    1. Hallo Regina, ja, ich fange hier neu an. Ich möchte übrigens nicht Webware und Jersey kombinieren: Beide meiner gewählten Stoffe sind Jersey mit fast identischem Gewicht, wie vom Schnittmuster empfohlen, da sehe ich also keine Probleme 🙂
      Interessant, dass du schreibst, Probeteile werden nur aus Webstoff gemacht. Das wusste ich gar nicht – aber da ich ja noch nie eins genäht habe, ist das auch kein Wunder.
      Vielen Dank für die Info und deinen Kommentar!
      Charlotte

        1. Kein Problem! Ich hatte inzwischen Gelegenheit mich bei dir umzusehen: Deine von Künstlern inspirierten Modelle sind echt toll! Vor allem den Mantel finde ich richtig schön. Ich bin sehr gespannt auf den Kleid!

  2. Ich finde den Stoff sehr schön und irgendwie weihnachtlich. Die Kombination mit Uni passt super, bei Jersey dürfte es wenig Passformprobleme geben, der dehnt sich ja und wenn es zu groß ist, kann man was rausnehmen. Ich habe noch nie wirklich ein Probeteil genäht und bei Jersey würde es auch nur Sinn in Jersey geben, aber aus meiner Sicht gibt es bei Jersey eben keinen Sinn. Meine Erfahrung mit Tilly Schnitten: sehr verständlich, da kann kaum was schief gehen, wenn man Schritt für Schritt konzentriert arbeitet. LG Anja

    1. Danke, Anja. Ja, ich finde auch, dass der Stoff weihnachtlich aussieht, das Muster erinnert mich irgendwie an Weihnachtsbaumkugeln. Ich habe von Tilly schon einen Leinenrock genäht, daher wusste ich auch, dass da alles gut erklärt ist. Ich hoffe, dass das Kleid auch klappt – toi toi toi. So, und jetzt gucke ich mal bei dir vorbei!

  3. Wie schön eine neue Nähbloggerin! Herzlichen Willkommen! Ich drücke die Daumen für gutes Gelingen und rate Dir sehr zu einem Probemodell, ein ähnlicher Soff wie der finale SToff sollte auch für das Probemodell verwendet werden, sonst sind die Rückschlüsse schwierig. Beim Probemodell lieber mit großen Stichen nähen, dann trennt es sich leichter für Anpassungen. Wichtig ist bei diesem Kleid dass die Taillie auf der richtigen Höhe liegt. Tilly and the buttons ist ja eher eine zierliche Person das hat manchmal auch Auswirkungen auf die Desings….
    Frohes Nähen! LG Kuestensocke

    1. kleiner Nachtrag: ja ich nähe Probekleider bei neuen Schnitten. Hat mich vor mancher Dummheit bewahrt, bringt Reststoffe weg und ist im allgemein viel schneller genäht als das fertige Kleid weil ich mit großen Stichen nähe auf das versäubern verzichte usw. Nach dem Probekleid schneide ich dann mit Freude den guten Stoff an 😉 LG Kuestensocke

      1. Hallo und danke für deine Ratschläge! Da ich noch gar nicht lange nähe, habe ich allerdings eigentlich keine „Reststoffe“ bzw. nicht so große Stücke übrig. Im Zweifelsfall mache ich immer noch Kinderkleidung draus, da bleibt dann nichts mehr. Aber vielleicht mache ich eine Probe des Oberteils? Dann dürfte ich ja auf der sicheren Seite mit der Passform sein!? Liebe Grüße

  4. Ich mache Probemodelle immer aus möglichst ähnlichen Stoffen was Dehnbarkeit und Fall angeht, damit die Probe auch Sinn macht. Das Zadie halte ich für eine gute Idee, da man durch den Sew Along auf der Seite eine sehr schöne Anleitung hat. So heruntergebrochen in kleine Arbeitsschritte gelingt das erste Kleid viel leichter. LG, Ulrike

    1. Guten Abend, Ulrike, danke für deine Ermunterung zur Wahl von Zadie. Dass es da einen Sew Along auf Tillys Blog gibt, war mir gar nicht bewusst. Perfekt! Variante ein und drei finde ich bei dir übrigens tolle Ideen! Aber das sind auch einfach meine Farben, deshalb bin ich da vielleicht ungerecht voreingenommen 😉

  5. Wie schön, ein neuer Nähblog! Ich bin gespannt auf Deine Berichte. Deine Stoffkombination gefällt mir sehr gut, das kann eigentlich nur schön werden.
    Frau Küstensockes Probemodelle sind beispielhaft. Bei Jerseys ist es meiner Erfahrung nach eine Herausforderung, Stoffe mit demselben Sprungverhalten (Anteil Elasthan, Webdichte und Stoffdicke) zu finden – Wenn das bereits mit dem Originalstoff gelungen ist, Glückwunsch! Für ein Probekleid braucht man auch Zeit und ausreichend Energie, danach auch noch das Original zu nähen; könnte vor Weihnachten eng werden mit beidem. Man kann stattdessen das Original großzügig zuschneiden (Nahtlinien sorgfältig markieren!) und zur Probe mit großen Stichen zusammenheften, am Körper anpassen. Funktioniert oft.

    1. Hallo Tily, danke für deinen Kommentar. Freut mich, dass dir die Stoffkombi gefällt – ich hoffe, dass ich mich mit der Ähnlichkeit der Stoffe nicht täusche… Der Vorschlag großzügig zuzuschneiden und mit großen Stichen zur Probe zu nähen klingt gut! Schönen Abend dir 🙂

  6. Willkommen in der Runde!!! Wunderschönen Stoff hast Du da gegönnt. Und gônnen sollte man sich zu Weihnachten schon was. Gute Entscheidung! Nun drücke ich Dir die Daumen, dass Du Zeit findest. Ich nähe im Übrigen nie ein Probeteil, lebe liebe mit kleinen Fehlern. Allerdings habe ich auch Standardmaße. Das Kleid sieht aber auch nicht nach großer Schwierigkeit aus. LG Anke

    1. Hallo Anke, danke für deinen Kommentar und ja: du hast recht, man sollte sich zu Weihnachten etwas gönnen. Die Sache mit der Zeit, das ist aktuell wirklich mein Hauptproblem. Ich habe einen Blogpost eigens darüber im Entwurf-Modus… auch wenn ich die Zeit zum Schreiben dieses Posts vielleicht besser zum Nähen verwendet hätte… Habe mir gerade deine Planungen und bisherige Kleider angesehen. Da sind aber tolle Sachen dabei. Liebe Grüße!

  7. Schön, dass der WKSAL immer noch ein grund ist mit dem Bloggen anzufangen… Das Kleid wird sicher schön, Stoff und Schnitt kann ich mir sehr gut zusammen vorstellen… Bei Jerseykleidern mache ich auch keine Probeteile… LG Sarah

    1. Ha, ich glaube der nötige Anstoß hat einfach gefehlt, um mit dem Bloggen anzufangen, aber da es ja Daten zu befolgen gibt beim WKSA habe ich gedacht: Jetzt musst du anfangen! Ich hoffe sehr, dass aus dem Kleid etwas wird, sonst habe ich nichts schönes Neues zum Anziehen, denn kaufen kommt mir jetzt wie kneifen vor 😉

    1. Vielen lieben Dank, Heike. Ja, der Stoff ist wirklich so schön – auch in echt – da werde ich mich beim Verarbeiten richtig zusammenreißen müssen! Gerade habe ich auf deinem Blog die Kleider vom letzten Jahr gesehen und deine Kosmetiktaschen-Produktion. Du bist offensichtlich sehr schnell und dürftest mit meinem vorweihnachtlichen Pensum keine Schwierigkeiten haben. Ich brauche wohl noch Übung… Liebe Grüße zurück 🙂

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